Die Magie der Rauhnächte

Wahrsagen in den Rauhnächten, russische Illustration, 1885
Wahrsagen in den Rauhnächten, russische Illustration, 1885

Die Rauhnächte umfassen nach alten Überlieferungen die Zeit zwischen dem 21. Dezember und dem 6.Januar.Eigentlich beginnen sie am 24.Dezember um 24.00 Uhr und reichen bis zum 6.Januar um 24.00 Uhr auch:

 

  • die feinstofflichen Tore der Anderswelt öffnen sich

während dieser Tage.

 

Kalendarischer Hintergrund:

 

Die Zeitrechnung unserer Vorfahren orientierte sich am "Mondjahr". Ein Mondkalender ist ein ausschließlich am Lauf des Mondes orientierter Kalender. In ihm werden zwölf Monmonate zu einem Mondjahr ( Lunarjahr), das etwa 11 Tage kürzer als ein Sonnenjahr in einem Solarkalender ist, zusammengefasst.Das kalendarische Mondjahr ist also 354 Tage lang.

 

Herkunft des Brauches:

 

  • abgeleitet vom mitteldeutschen Wort ruch/haarig
  • abgeleitet vom traditionellen Beräuchern mit Weihrauch von Höfen und Ställen

"Die zwolf naecht zwischen Weihenacht und Heyligen drey Künig tag ist kein Haus das nit all tag weirochrauch in yr herberg mache/ für alle teüfel gespenst und Zauberey ( Johannes Bemus 1520)

 

Mythologie:

 

Die Rauhnächte waren in der frühen Neuzeit eine geeignete Zeit für den Kontakt mit Tieren oder das Orakeln.Es wurde angenommen , das die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien  und sich die Grenzen zu anderen Welten öffnen würden.Auch eine Zeit, die mit allerlei Ritualen je nach Region im Volksbrauchtum ausgefüllt wurde.Zu Sylvester- also in der Mitte der Rauhnächte stehe das Geistreich offen und die Seelen der Verstorbenen sowie die Geister haben Ausgang.

Ein Überbleibsel dieser Tradition ist das "Bleigiessen", sowie das laute Sylvesterfeuerwerk das Unholde fernhalten solle.

 

 

 

Eine Zeit also, in der sich die Muße finden lässt, sich mit den Göttinnen der Mythologie etwas näher zu beschäftigen. Ganz besonders fasziniernd finde ich die germanische Göttin "Freya"

Mehr über Freya - der Göttin des Glücks und der Liebe finden sich hier

Das Gemälde:

 

"Freya and the Necklace " by J. Doyle Penrose (1862-1932), circa 1913.

 

Die Göttin "Freya" galt in der altnordischen Mythologie als Göttin der Liebe und Ehe.

Auch Göttin der Fruchtbarkeit und des Frühlings, des Glücks und Lehrerin des Zaubers.

 

Die Sage:

 

Ihr Halsband sei von Zwergen geschmiedet und sie besäße ein Falkengewand, mit dem man wie ein Falke durch die Lüfte gleiten kann.Auch lehrte sie den Asen den Zauber.Man sagte sie könnte goldene Tränen weinen.

 

Bildsymbolik

 

Im vorderen Bildrand finden sich Wasserlilien wieder.

"Insbesondere Wasserlilien sind ein Zeichen dafür, daß etwas besonders Schönes aus dem Unterbewußtsein ins Bewußtsein wächst. Sie ist ein Symbol der Macht, aber nicht wie andere Blumensymbole erotisch zu deuten." ( Quelle: http://www.traumdeuter.ch/texte/4623.htm). Weiterhin Symbol für Liebe, Auferstehung und ewiges Leben.

Die Lilie / Iris gilt auch als Symbol für den Regenbogen und steht somit als Mittlerin zwischen den Welten.

Das Kleid der Göttin Freya ist mit goldenem Brokat geschmückt.

Die Farbe Gold Gold gilt als  vornehm und edel.
Gold wird mit SonneWärme, Reichtum und Verständnis assoziiert und steht für  Weisheit, Klarheit sowie  Lebenskraft und  Inspiration.

Die Haare der Freya sind rötlich/ im Volksglauben galten rote Haare als Symbol der Hexen. Im Märchen unterstrichen rotblonde  Haare die Identität der Trägerin als königlicher Abstammung.

Ein klein wenig den Rauhnächten nachspüren können wir auch in der heutigen Zeit. Gönnen Sie sich den Luxus mal in diesen Tagen sich ein klein wenig wie eine Göttin zu fühlen.

Ein einfaches Ritual ist besser als gar nichts. Jede von uns hat etwas was gut tut. Das kann ein Schaumbad bei Kerzenschein sein, oder ein langer Spaziergang in der freien Natur.

Oft verfliegen die Tage vor dem  Jahreswechsel und wir lassen uns einfach in das Neue Jahr treiben in der Hoffnung das dieses besser würde. Ein kleiner Anfang wäre es, sich gezielt mit den eigenen Wünschen und Träumen für das kommende Jahr zu befassen. Ein schönes Tagebuch zu führen wäre ein guter Einstieg.

Und wer mag, kann mit seinem Lieblingsorakel orakeln.

 

Buchtipps:

-Das Wunder der Rauhnächte: Märchen, Bräuche und Rituale für die innere Einkehr von Valentin

Kirschgruber Gebundene Ausgabe EUR 12,99

-Rauhnächte: Die geheimnisvolle Zeit zwischen den Jahren: Alte Bräuche und magische Rituale für

sich entdecken von Elfie Courtenay, EUR 9,99, Taschenbuch

 

 

In diesem Sinne ein besinnliches Weihnachtsfest,

ein zufriedenes Nachdenken über Vergangenes,

und ein zukünftiges glückliches Neues Jahr

 

 

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